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Rückblick Tagung 2014

Erwartungen?! selbstbestimmt – fremdbestimmt – unbestimmt

20. offene Frauentagung
24. Mai 2014 Grossratssal, Aarau

An der 20. offenen Frauentagung diskutierten drei wortkräftige Frauen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur über Erwartungen.

Ständerätin Anita Fetz wies in ihrem Inputreferat die anwesenden Frauen darauf hin, dass die Zeit komme, sich wieder lautstark gegen den Retro-Trend in Politik und Gesellschaft zu wehren. Ausgehend von national-konservativen Ansichten führe dieser nämlich zu einer Gleichverschlechterung. Seximus in der Werbung suggeriere dank bearbeiteten Bildern einerseits zwar nach wie vor ein ideales Frauenbild. Aber auch Männer blieben nicht verschont. Die besten Chancen auf eine gute Karriere hätten durchtrainierte, fitte und schlanke Männer. "Wer Freiheit will, muss sie sich nehmen" ist ihr Fazit. Da es unmöglich sei, alles zu erfüllen und jedes Lebenskonzept sowohl Vor- wie auch Nachteile aufweise, rät sie man solle sich für eine selbstbestimmte Freiheit entscheiden.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion, geführt von der neuen "10 vor 10" Moderatorin Andrea Vetsch, diskutierten nebst Ständerätin Anita Fetz, Barbara Artmann, Inhaberin und CEO von Künzli Swiss Schuh sowie Laura de Weck, Autorin, Schauspielerin und Regisseurin. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Umfelder, in denen sich die drei Frauen bewegen bringen sowohl unterschiedliche Erwartungshaltungen hervor: Frau Artmann wurde öfter von männlichen Sitzungsteilnehmern um einen Kaffee gebeten und gefragt, ob sie denn das Unternehmen ganz allein wieder auf die Beine gestellt hätte. Andererseits erlaube sie sich als Frau bei Bewerbungsgesprächen auch, das Thema Familienplanung direkt anzusprechen. Laura de Weck berichtet über ihre Erfahrung als junge Quotenfrau. Obwohl ihr diese Rolle nicht sehr behage, sei es wichtig, dass überhaupt junge Frauen sich zu gewissen Themen äussern. Es biete sich so die Möglichkeit gewisse männliche Maschen zu durchschauen und offenzulegen. Andererseits müsse sie sich oft wehren, nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt zu werden. Es sei jedoch schön, in einem Umfeld zu arbeiten, dass gesellschaftliche Themen nicht nur auf-, sondern auch vorweg nehme. So würden verschiedene Theater von Intendantinnen geleitet.

Die Bilder