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Rückblick Tagung 2016

Zwischen Not, Gesetz und Sehnsucht – Integration im Aargau

22. offene Frauentagung
21. Mai 2016 Grossratssal, Aarau

Es diskutierten Frau Landamman, Susanne Hochuli, Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (Filmemacherin, Politikerin) und Susanne Seytter (Geschäftsführerin FIZ - Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration  
Moderation: Katia Röthlin.

An der 22. offenen Frauentagung kamen drei unterschiedliche Perspektiven zum Thema Integration zum Tragen. Frau Landammann, Susanne Hochuli erläuterte in ihrem Inputreferat die Faktenlage:Sie lieferte Antworten auf die Fragen nach Anspruch auf Asyl, den Zuständigkeiten, der Bedeutung von Anerkennungs- und Schutzquoten, erläuterte was eine erfolgreiche Integration ausmacht und stellte die Task Force Flüchtlingswesen Kanton Aargau vor. Die grosse Herausforderung für unsere Gesellschaft sieht sie darin, Flüchtlinge zu Mitgliedern unserer Gesellschaft zu machen. "Nicht bloss, indem sie besser früher als später ihren Lebensunterhalt verdienen, Steuern zahlen und die Sozialwerke mitfinanzieren... auch indem sie sowohl sozial als auch kulturell eine Heimat finden", so Hochuli.

Ind er Podiumsdiskussion zeigte sich, dass Integration unendlich viele Komponenten hat. Apiyo Brändle-Amolo erzählte von ihren Bemühungen in der Schweiz Fuss zu fassen und wie sie – auch dank eines Jodlervereins – so schweizerisch wurde, dass sie in ihrer Heimat Kenia als "komisch" gelte. Susanne Seytter machte auf die aussichtslose Situation von Frauen aufmerksam, die dem Frauenhandel zum Opfer fallen, die keinen Ausweg aus der Situation finden und deren Integration fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Susanne Hochuli erlebt Integration täglich hautnah, mit der Angolanischen Flüchtlingsfamilie, die bei ihr im Haus wohnt. Sie erzählt wie die Kulturen aufeinander prallen und berührende aber auch frustrierende Momente entstehen.

Der Morgen wurde begleitet von Claudia Piller-Okoth und ihrer Band. Beim ersten Lied wippen die Teilnehmerinnen zaghaft mit den Füssen, einige wagten sich mit dem Kopf im Takt zu nicken. Co-Präsidentin von frauenaargau, Connie Fauver, fragte die Kenianische Sängerin, ob sie etwas dagegen hätte, wenn gar mitgeklatscht würde. Am Ende standen die Frauen hinter den Sesseln und tanzten – für einmal kein Polittanz im Grossratssaal sondern ein Integrationstanz.

Artikel Schweiz am Sonntag zur Tagung 2016

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